Festvortrag von Ludwig Reitzer

gehalten auf der Festveranstaltung am Samstag den 11. März 2006, anlässlich des 555. Jubiläums der Wernigeröder Schützengesellschaft von 1451 e.V. 

Ludwig Reitzer während seiner Rede

Ludwig Reitzer während seiner Rede

Das Schützenwesen in Deutschland – Ein Ausflug in die Schützengeschichte

In den Annalen ist folgendes vermerkt:

•    Christoph Kolumbus, Seefahrer und Entdecker, wird geboren
•    der Naumburger Friede beendet den Sächsischen Bruderkrieg
•    dem Ort Altenberg im Erzgebirge wird das Stadt- und Marktrecht verliehen und
•    für die Münchner Frauenkirche wird eine drei Tonnen schwere Glocke gegossen.

Sie werden sich fragen, was hat das mit dem Jubiläum der Wernigeröder Schützengesellschaft zu tun?
Die Antwort ist einfach: Es sind alles Ereignisse des Jahres 1451, also des Jahres, in dem die Wernigeröder Schützen „urkundlich existent“ werden.

Ich wurde gebeten, mit Ihnen einen Ausflug anzutreten, der im Zeitraffer 555 Jahre Schützengeschichte, vor allem Wernigeröder Schützengeschichte, widerspiegeln soll. Da ein Ausflug anstrengend sein kann, werden wir nur an markanten Punkten verweilen.
Dabei habe ich an folgende Punkte gedacht:

•    Stadtrecht und -verteidigung
•    „Gründungsjahr 1451“
•    Waffen der Schützen
•    Vogelschießen
•    Schützenfeste
•    Obrigkeit und Schützen
•    Wiederbeginn im Jahr 1990.

Lassen Sie mich vorweg noch anmerken:
So wie die Schützen seit dem Jahre 1451 „urkundlich existent“ sind, ist Wernigerode, „Die bunte Stadt am Harz“, bei mir seit dem Jahr 1985 „existent“, als ich in einem Münchner Militariageschäft eine Fahne der „Schützengesellschaft zu Wernigerode“ erworben habe. Aber erst ab August 1990 konnte ich die Stadt und einige Bürger kennen und schätzen lernen.

Seit dieser Zeit läßt mich Wernigerode nicht mehr los – schon deshalb, weil ich Freunde gewonnen habe.

Verehrte Festversammlung!
Zum Ursprung des Schützenwesens, das seit dem Spätmittelalter, d. h. seit dem 13. und 14. Jahrhundert, in Form von Schützengilden, Schützenbruderschaften oder Schützengesellschaften fassbar ist, gibt es eine Vielzahl von Theorien.
Darunter haben sich zwei maßgebliche Forschungsansätze herausgebildet:

•    Hans-Thorald Michaelis, ehemaliger Archivar des Deutschen Schützenbundes, vertritt die These eines vor- und frühgeschichtlichen Ursprungs des Schützenwesens.
•    Theo Reintges hat in seiner vielbeachteten Dissertation aus dem Jahre 1963 den Ursprung der spätmittelalterlichen Schützengilden nach Nordwesteuropa, in das artesisch-flämisch-brabantische Grenzgebiet verlegt. Dort sei es im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich und parallel zu „einer frühen Blütezeit des Städtewesens“ zur Ausbildung erster Schützengesellschaften  vor und um 1300 gekommen.

Sicher geht der „Vogelschuss“, zu dem ich später noch etwas sagen werde, auf frühgeschichtlich-heidnischen Ursprung zurück. Jedoch hat die These allgemeine Akzeptanz gefunden, als Entstehungszeitraum mittelalterlicher Schützengilden die Phase der Stadtwerdungsprozesse anzunehmen.

Für Wernigerode bedeutet dies, dass mit der Stadtrechtsverleihung am 17. April 1229 bereits eine Schützenbruderschaft existiert haben könnte!

Wie komme ich nun zu dieser kühnen Annahme?

Wenn ich Uwe Lagatz in seinem Buch „Wernigerode – Eine Stadt im Spiegel der Jahrhunderte“ richtig gelesen habe, so hatten die Grafen Konrad, Bertold, Gebhard und Burchard den Kaufleuten von Wernigerode die gleichen Privilegien gestattet, mit denen die Bürgerschaft von Goslar seit frühen Zeiten ausgezeichnet ist. Mit der Stadtrechtsverleihung war auch das Befestigungs- und Verteidigungsrecht verbunden.

Und nun schauen wir in die Goslarer Chronik, in der für das Jahr 1220 vermerkt ist, dass die Schützen aus der kirchlich-religiösen Bruderschaft der Bogenschützen hervorgegangen sind! Also könnte durchaus auch in Wernigerode eine Bruderschaft nach Goslarer Muster entstanden sein. Zumal Uwe Lagatz weiter schreibt, dass Goslar nicht einfach nur ein Vorbild gewesen sei, sondern als sog. Oberhof bzw. als „Mutterstadt“ fungiert hat.

Gestatten Sie mir einen Zeitsprung von 770 Jahren in das Jahr 1990. Wiederum war es Goslar, die Privilegierte Schützengesellschaft von 1220, mit dem 1. Schützenvogt Helmut Becker an der Spitze, die den Wernigeröder Schützen selbstlos mit Rat und Tat bei der Gründung und Konsolidierung zur Seite standen.

Nun nochmals zurück zur Stadtverteidigung.
50 Jahre nach der Stadtrechtsverleihung, also im Jahr 1279, erfahren wir, dass Graf Konrad der Stadt das Zollrecht mit der Auflage verkauft hat, aus den Zollerlösen die Stadtmauern, Brustwehren, Gräben und sonstige Verteidigungsmittel in einen besseren Stand zu versetzen. Es waren die Zünfte, wie z. B. die Schmiede, Bäcker, Knochenhauer, Krämer, Schuhmacher, Gerber und Leinweber, denen die Türme und Mauerabschnitte zur Verteidigung zugewiesen waren. Das waren die Bürgerschützen, die Bürgerwehr, würde man heute sagen. Und da „Schütze“ nicht von Schutz kommt, sondern von „schießen“ liegt es auf der Hand, dass die Zunftschützen auch ihre Schießfertigkeit üben mussten, um so die im Verteidigungsfall nötige Wehrhaftigkeit unter Beweis stellen zu können.
Wernigeröder Bürger verteidigten mit der Waffe aber nicht nur ihre Stadt, sie zogen auch damit zu Krieg und Fehde aus, wie uns aus Urkunden des  Jahres 1427 überliefert ist.

Es ist sicher nicht vermessen, wenn wir diese Bürgerschützen als die Vorläufer unserer Schützen ansehen, wenngleich sie nicht als eine eigene Schützenbruderschaft oder -gilde nachweisbar sind.

Aber wie schreibt der Archivar und Bibliothekar des Hauses Stolberg-Wernigerode, Dr. Eduard Jacobs, im Jahre 1901 in seiner Geschichte der Schützengesellschaft Wernigerode im Kapitel „Quellen und Hülfsmittel“?
Ich zitiere wörtlich:
„Es liegt in der Natur und in den wechselvollen Geschicken der deutschen Schützengesellschaften, zumal in kleineren Städten und Flecken, begründet, dass ihre Stiftungsbriefe in verhältnismäßig seltenen Fällen auf uns gekommen sind“. Zitat Ende.

Somit sind wir wieder im Jahr 1451 angelangt!
In diesem Jahr, da sage ich Ihnen nichts Neues, es ist ja auch der Grund unseres Jubiläums, erscheint in einer Abrechnung der St. Sylvestri-Kirche erstmals eine Sebastiansbruderschaft, die acht Denare für eine Seelengedächtnismesse zu zahlen hatte. Die Bruderschaft war demnach bereits etabliert, was den Schluss zulässt, dass sie  bereits seit geraumer Zeit existent war. Warum haben wir dann bis zum Jahr 1451 nichts gehört?
Dr. Eduard Jacobs begründet diese folgendermaßen:

Vor dieser Zeit konnte bei der Sylvestri-Kirche eine Bruderschaft dieser Art nicht gestiftet werden. Zucht und Sitte waren nämlich bei diesem Stifte in völligen Verfall geraten. Die Stiftsherren trieben Berg- und Waldwerk. Anstatt Messen zu lesen, sind sie lieber auf die Jagd gegangen. Trotz ihres Gelübdes ließen sie zum allgemeinen Ärgernis offen Weiber zu sich kommen, mit denen sie lebten. Mit einem Schreiben vom 2. Oktober 1451 hat Graf Botho zu Stolberg und Wernigerode die Stiftsherren unmissverständlich aufgefordert, „die Weiber von sich zu lassen“ und die geistlichen Aufgaben wahrzunehmen. Von nun an ist auch die Sebastiansbruderschaft jährlich präsent, aber erst 21 Jahre später, im Jahre 1472 wird erstmals eine Feier zu Ehren der Heiligen Fabian und Sebastian abgehalten.
Die Bruderschaften übernahmen auch vielfach caritative Aufgaben, z. B. Unterstützung der Armen und Pflege der Kranken, gerade in Zeiten der Pest, denn der Hl. Sebastian galt auch als Pestheiliger.
In vielen Gegenden Deutschlands wird Sebastian noch heute als Schützenpatron verehrt. Am oder um den 20. Januar finden Gedächtnismessen statt, so. z. B. in Bad Tölz oder Weilheim. Auf der Weilheimer Fahne aus dem Jahre 1850/60 befindet sich  ein gemaltes Abbild des Hl. Sebastian.
Nach dem Wernigeröder Stadtbrand von 1528 vereinigten sich im Jahr 1529 die Schützen der Alt- und Neustadt zu einer Gesellschaft. Ab dem Jahr 1534 ist in den Stadtrechnungen nichts mehr von einer St.-Sebastians-Bruderschaft zu finden.
Die Reformation brachte in der Zeit von 1525 bis 1541 auch für das städtische Schützenwesen große Veränderungen. Aus der weltgeistlich-kirchlichen Laienbruderschaft entstand die bürgerliche Schützengesellschaft.

Werfen wir nun einen Blick auf die Waffen der Schützen.
Über viele Jahrhunderte waren Pfeil und Bogen die wichtigste Fernwaffe. Viel bedeutender für uns Schützen ist jedoch die Armbrust, vom lateinischen arcubalista abgeleitet, die in Deutschland ab dem 12. Jahrhundert zur vorherrschenden Waffe wurde. Die Furcht vor dieser Waffe war so groß, dass auf dem 2. Laterankonzil im Jahre 1139 die Armbrust als Waffe gegen Christen verboten wurde. Obwohl Papst Gregor IX. im Jahr 1234, also 100 Jahre später, das Verbot erneuerte, war der Siegeszug der Armbrust nicht mehr aufzuhalten. Gleichzeitig war ein neuer Handwerkszweig entstanden, Armbruster, wie man damals sagte, also Armbrustmacher und Pfeilspitzer bzw. Pfeildrechsler. Diese Handwerker sind auch in Wernigerode im 15. Jahrhundert nachweisbar. Dass die Armbrust einen „ganzen Mann“ verlangte, zeigte sich bei einem Freischießen im Jahr 1552 in Wernigerode; damals musste die Waffe des Grafen Albrecht Georg von dem, wie es hieß „bärenstarken“ Eislebener Schützenmeister gespannt werden. Noch heute erfreut sich die Armbrust großer Beliebtheit. Mit ihr wird genauso treffsicher geschossen wie z. B. mit dem Luftgewehr.

Die Einführung von Handfeuerwaffen ab dem 14. Jahrhundert bedeutete einen enormen Qualitätssprung. Diese Musketen, wie sie auch genannt wurden, waren noch unhandlich, umständlich zu bedienen und ungenau in der Zielwirkung, dafür aber hatten sie eine große Durchschlagskraft. Die Entwicklung ging vom Luntenschloss über das im Jahre 1515 in Nürnberg erfundene Radschloss zum Stein- und Perkussionsschloss. Dies waren allesamt Vorderlader. Mit der Erfindung des Zündnadelgewehres, das in der preußischen Armee ab Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, war der Hinterlader „geboren“, mit dem man Patronen verschießen konnte. Vor Einführung von Luftgewehr und Kleinkalibergewehr waren der Feuerstutzen -und bei uns in Bayern der Zimmerstutzen- wichtige Schützenwaffen, die jetzt bei vielen Traditionsschießen wieder im Einsatz sind.

Auf unserem Ausflug sind wir nun beim Vogel- oder Papageienschießen angekommen.
Eine interessante Variante des Schießvergnügens, die über Jahrhunderte auf den Schützenplätzen zu finden war, ist das Vogelschießen. Es hat seine Beliebtheit z. T. bis heute erhalten.
Gewiss mag der Wunschtraum des Schützen, das schwierigste Ziel, den Vogel in der Luft zu treffen, den Brauch mitbestimmt haben. Die Zeitwahl der großen Vogelschießen – immer ist es der Frühlingsanfang, meist der Monat Mai, deshalb auch „Maien- oder Pfingstschießen“ – und vielerlei Bräuche erinnern an die alten Frühlingsfeste aus vorchristlicher Zeit, die im Mittelalter mit dem christlichen Pfingstfest verschmolzen. In den Annalen der Schützen wird stets die unbändige Freude aller Teilnehmer am jährlich wiederkehrenden Frühlings-Vogelschießen betont. Nach den dumpfen Wintermonaten begrüßten unsere Vorfahren die neu erwachte Natur mit Sang und Spiel. Maiengrün bestimmte die Farbe von Fahnen und Tracht. Auch das Aufstellen eines Maibaumes, wie Sie wissen, bei uns in Altbayern noch gepflegt, gehört zu diesem Brauchtum.
Auch in Wernigerode wurde auf den Vogel geschossen. Dieser war zumeist aus Holz geschnitzt und bemalt auf einer Stange befestigt. Die Gestalt konnte einem Papagei, einem Adler, einem Falken oder einer Taube ähneln. Der Schütze musste Splitter davon abschießen, um einen Preis zu erhalten. König wurde, wer „den Vogel abschoss“. Diese Redensart kennen wir heute noch. Die erste unmittelbare Nachricht hierüber stammt aus dem Jahre 1512. Aus einer Amtsrechnung geht hervor, dass Graf Botho von Stolberg den Wernigeröder Schützen ein Fass Bier zum Vogelschießen spendierte. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war das Interesse am Vogelschießen so gering, dass Graf Wolf Ernst auf Vorschlag des Rats der Stadt  im Jahre 1603 das „unnütze Vogelschießen“ abschaffte und das Büchsenschießen mit Pirschrohren allgemein einführte, „damit die Bürger im Fall von Krieg und Fehde zu Folge und Aufgebot gerüstet und geübt seien“.
Erst im Jahre 1791, fast zweihundert Jahre später, wurde in Wernigerode wieder auf den Vogel geschossen. Und zwei Jahre später, also 1793, können wir dem Tagebuch der Gräfin Luise, der zweiten Tochter Graf Christian Friedrichs, folgendes entnehmen:

…“Am 25. Mai besuchten wir meinen Vater beim Vogelschießen, welches mich recht  amüsierte; es waren viel Menschen da, und wir gingen durch die schöne Ecke wieder zurück. Am 25. nachmittags fuhren wir wieder zum Vogelschießen. Der Vogel war aber schon herunter, und sie fingen an nach der Fladderscheibe zu schießen“.
Dazu bemerkt Eduard Jacobs: „ Von diesem Flatterschießen ist öfter die Rede. Es fand auch noch in neuester Zeit bis zum Jahr 1873 statt“.

Meine Damen und Herren,
das deutsche Schützenwesen ist maßgeblich geprägt von seinen Schützenfesten, Freischießen, oder von den Schützenhöfen, wie sie früher genannt wurden.
Überall in Deutschland fanden im 15. und 16. Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg zahlreiche große und prunkvolle Freischießen statt, zu denen sich Schützen mehrerer Städte oder ganzer Regionen trafen. Vorbild dafür waren schon in der Frühzeit der Gilden die Ritterturniere des Hochmittelalters mit ihren tagelangen Festlichkeiten, von denen die Bürger und Bauern sehr beeindruckt waren und die sie mit ihren Schützenhöfen zu imitieren suchten. Die Preise wurden „Das Best“ oder „Abenteuer“ genannt. Und abenteuerlich, im wahrsten Sinn des Wortes, muten sie uns heute noch an. So war der Hauptpreis bei einem Pfingtsspiel im Jahre 1281 in Magdeburg eine „schöne Frau“.
Es wird berichtet, dass sie von einem alten Kaufmann aus Goslar heimgeführt und reich ausgestattet wurde, damit sie „hinfort ihr unwürdiges wildes
Leben nicht weiter zu führen versucht sei“.
Auch ein Jahrhundert später wird in Magdeburg wieder um „die Jungfrau“ geschossen, die ein Bürger aus Aschersleben gewinnt.

Nun möchte ich Ihnen von einem Armbrustschießen berichten, das im Jahre 1470 in Augsburg stattfand.
Ich konnte im letzten Jahr das Original-Schießbuch im Stadtarchiv Augsburg einsehen. Das Stahlschießen vom Jahr 1470 übertraf an Pracht und Großartigkeit alle bisherigen Schießen. Bereits am 20. Januar (Sebastianstag) wurde mit der Aussendung von 400 Einladungsschreiben begonnen.
Am 5. Juli versammelten sich die Schützen auf dem Rathaus, wo ihnen Malvasier (Süßwein) und Konfekt dargereicht und die Schützenordnung vorgelesen wurde. Dann zogen sie mit fliegenden Fahnen zum Schießplatz. Die stattliche Schießhütte war 195 m lang und vier Meter breit. Die Zielwand war schwarz überzogen, die daran befestigten Zirkelblätter waren versilbert und hatten einen Durchmesser von 11,9 Zentimetern. Auf dem Platz befanden sich noch etwa 30 Zelte und verschiedene Hütten, darunter auch eine Huren- und Bubenhütte! Wie Sie sehen, hat man damals an alle „Bedürfnisse“ gedacht.
An dem Schießen nahmen 466 Schützen teil, darunter auch die Herzöge Christoph und Albrecht von Bayern-München – und drei Weilheimer.
Man schoss in vier Abteilungen 13 Tage lang von 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr. Auf jeden Schützen kamen 43 Schüsse. Die Entfernung betrug 125 Schritte.
Täglich wurden zum „Untertrunk“, d. h. als Erfrischung zwischen den Hauptmahlzeiten, 280 Maß Welschwein mit Käse und Brot ausgegeben.
Am 14. Tag fand zwischen denjenigen, welche die gleiche Zahl von Treffschüssen erreicht hatten, das Schieden oder Stechen statt. Vom besten Schützen hieß es, dass er u. a. auch am öftesten den Zweck getroffen habe. Der Zweck oder der Nagel waren genau in der Mitte der Scheibe, damit man mit dem Zirkel (Zirkelausschuss) die Schüsse vermessen konnte. Noch heute verwenden wir den Ausdruck „Der hat den Nagel auf den Kopf getroffen“. Dem Schießen folgte ein Nachschießen, das zwei Tage dauerte und von 46 Schützen bestritten wurde.

Es wurde aber nicht nur geschossen, sondern auch getanzt. Ebenso wurden fröhliche Spiele durchgeführt. Z. B. erhielten die besten Läufer, Springer und Steinstoßer 4 fl. (Gulden). Pferderennen, Lanzenstechen und Kegeln ergänzten die Lustbarkeiten.
Ein besonders einträgliches Geschäft für den Rat war die Errichtung eines Glückshafens auf einem erhöhten Platz vor dem Rathaus. So oder ähnlich verliefen auch die Schützenfeste in anderen deutschen Städten.
Wenn ich mir das nun recht überlege, komme ich zu der Überzeugung, dass wir uns die Teilnahme an einem solchen Schießen sicher nicht hätten leisten können.
Aber auch in Wernigerode gab es prächtige Schützenhöfe, so. z. B. im Jahre 1554. Bemerkenswert ist dabei, erstmals zu hören, dass Graf Albrecht Georg den Schützen eine Büchse für drei Thaler verehrte. Daraus ist zu schließen, dass das Scheibenschießen mit der Büchse immer mehr Anhänger fand. Und bereits im Jahre 1582 nennt sich die Gilde „Gesellschaft der Büchsen- und Armbrustschützen“, die beim Rat um die Bewilligung eines Glückskopfs, vergleichbar mit dem heutigen Glücksrad, nachsuchen. Um schnell zu verkaufen, ließen die Krämer gegen ein kleines Stück Geld eine ihrer Nummern ziehen, auf denen ihre Kramwaren verzeichnet waren.
Trotz aller Lustbarkeiten haben die Schützen ihre caritativen Wurzeln nie vergessen. So wird berichtet, dass am 2. September 1554 auf dem Schützenhof ein armes Weib und ein abgebrannter Landmann aus dem Flecken Hessen im Braunschweigischen erschienen sind, denen milde Gaben gespendet werden. Und auch im heurigen Jubiläumsjahr ist es nicht anders. Wie wir der Einladung zu diesem Festempfang entnehmen können, gehen die Spenden an die Adolf-Diesterweg-Grundschule für das Projekt „Musikalisches Klassenzimmer“. Ich gratuliere!

Nun möchte ich Ihnen noch zwei Institutionen näher bringen, die bei den Schützenfesten eine wichtige Rolle gespielt haben.

Da ist zunächst das Amt der Siebener.
Eduard Jacobs beschreibt es wie folgt: „Alt und allgemein war das Amt der Siebener, der sieben Schützen, welche die Einsätze und Gewinne zu ordnen, die Schüsse an zwei Scheiben abzumessen und die Berechnung und Verteilung des Trunks an die Schützen zu besorgen haben. …. Der Name Siebener war aber nur von auswärts herübergekommen, wir finden in Wernigerode höchstens vier genannt. Jetzt sind es nur zwei“. Und heute ist es noch einer. Wir werden ja sehen, ob unser Siebener den „Trunk“ für uns hernach richtig „besorgt“ hat.
Wir fragen uns natürlich, wo kommen die Siebener her? Warum sieben?
Sie entspringen mittelalterlichen Rechtsordnungen. Sie hatten die Flurgrenzen zu überwachen und Streitigkeiten um Grundstücksgrenzen beizulegen, wie es im Volkacher Salbuch von 1504 niedergeschrieben ist. Sieben war auch eine heilige Zahl.

Nun zur zweiten Institution, dem Pritschenmeister:
Die wichtigste Rolle in der Festordnung spielte der „Pritschenmeister“. Er musste recht vielseitig begabt sein: Maître de Plaisir, Aufsichtsbeamter, Straforgan, Zeremonienmeister, Schriftführer und Stegreifdichter, Festredner und Possenreißer in einem. Seinen Namen hatte er von der aus dünnen Holz- oder Lederschichten gefügten Pritsche, mit der er schlechte Schützen züchtigte oder an Ordnungssünder Schläge austeilte. Gekleidet war der Pritschenmeister in der grellfarbigen Festtracht nach Landsknechtsart. Er hatte mit Witz und Laune, aber auch mit Anstand und Geschick die Festlichkeit zu würzen, den Schießablauf zu regeln und mit den Gehilfen zu überwachen.
Der wohl berühmteste Pritschenmeister war der Augsburger Lienhart Fläxl, der den Münchnern Anno 1577 Eintausendfünfhundert Reimzeilen hinterlassen hat.
Wenn wir das so lesen, möchte man sich für manch heutige Veranstaltung wieder einen Pritschenmeister wünschen!

Liebe Schützen, verehrte Gäste,
große Schützenfeste und Freischießen wurden nicht nur im ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit gefeiert. Nach der Gründung des Deutschen Schützenbundes im Jahre 1861 in Gotha fanden bedeutende Bundeschießen statt, die auch von Wernigeröder Schützen besucht wurden. Ich möchte hier nur einige nennen:
1884 Leipzig, 1909 Hamburg, 1912 Frankfurt a. Main, 1927 München.
Aber auch beim 7. Deutschen Bundeschießen 1881 in München habe ich einen Wernigeröder Schützen als Teilnehmer ausgemacht. Auf der „Festscheibe München“ ist als Preisträger der Wagenfabrikant Carl Brüning verzeichnet.
Und Wernigerode selbst war Schauplatz größerer Schießveranstaltungen, z. B. fanden im Jahr 1886 das 10. Provinzial-Schießen für Sachsen-Anhalt und Braunschweig und 1891 das 8. Harzer Bundeschießen statt.

Das Jahr 1793 habe ich schon einmal beim Vogelschießen erwähnt. Nun möchte ich noch einmal auf dieses Jahr zurückkommen, und Sie werden gleich merken, warum! Die Beschreibung des damaligen Königs-Schießens enthält folgende Passage:
Ich zitiere wörtlich:
„22 der Schützen aus der Stadt hatten sich Uniform machen lassen, welche in einen dunkelblauen Rock mit einen hellblauen samten Kragen mit hohen gelben Knöpfen, weißer Weste und Beinkleider mit dergleichen kleinen Knöpfen, Stiefeln und einen Degen, und an den dreieckigten Huth eine weiße Kokarde, welche in der Mitte einen kleinen blauen Schleif hat (welche Kokarde alle Schützen trugen). Diese Uniformisten hatten ihre Officiere, welche eine hellblaue tafftene Schärpe, welche am Ende mit goldenen Franseln besetzt war, und auf der linken Schulter ein goldenes Epaulets hatten.“ Zitat Ende. Dann sind die Offiziere namentlich erwähnt.
Wie zu sehen ist, können wir diese Uniformen seit dem Stadtjubiläum des Jahres 2004 wieder bei einigen Wernigeröder Schützen bewundern!

Ein wichtiges Kapitel in unserer Schützengeschichte ist das nicht immer ungetrübte Verhältnis der Schützen zu ihrer Obrigkeit – sprich: Landesherr und Stadt!

Jeder Verein, sei es vor 500 Jahren oder heute, war und ist in gewisser Weise auf das Wohlwollen der jeweiligen Stadtgremien angewiesen. Über die Jahrhunderte hinweg pflegten die Wernigeröder Schützen gute Beziehungen zu ihrer Stadt Die fast unzähligen Schützenordnungen, die oft in kurzen Abständen erlassen wurden, zeugen davon. Einschränkungen kamen dabei meist vom jeweils regierenden Grafen. Dazu noch später.
Wir haben bereits gesehen, dass die Schützen ihre Schießfertigkeit üben mussten, um so die im Verteidigungsfall nötige Wehrhaftigkeit unter Beweis stellen zu können. Und die Stadt ließ sich das auch etwas kosten. In Wernigerode gab man den Schützen alle vierzehn Tage im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts einen Zuschuss von acht Schillingen. Dies war der sog. Schützenschilling. In den Rechnungen wird der Zuschuss auch als Vorteil oder Vorteil bezeichnet. Daneben wird den Schützenmeistern aus dem Stadtsäckel auch Geld zu Gewand und Hosentuch ausbezahlt. Dies wird auch als „Beschießen des Parchents“ bezeichnet. Die Schießübungen fanden in der Zeit von Anfang Mai bis in den September hinein auf der Schützenwiese unter dem Lindenberg statt. Dieser im städtischen Besitz befindliche Schießplatz wird nachweislich von 1512 an, wahrscheinlich schon früher, bis zum Jahr 1902 benutzt. Am 20. Oktober 1902 wird der Grundstein für das neue Schützenhaus am Zielgelberg gelegt.
Lassen Sie mich noch von einem regierenden Bürgermeister berichten, der sich große Verdienste um die Wernigeröder Schützen erworben hat. Es ist dies Jakob Heinrich Delius, geb. 1725, seit 1765 Bürgermeister, gestorben im Jahr 1806, im 52. Dienstjahr. Solche Beamte würden sich unsere heutigen Finanzminister auch wünschen!
Delius, so wird berichtet, war der erfolgreiche Vermittler zwischen Stadt und Herrschaft und Schöpfer einer wegweisenden Schützenordnung des Jahres 1795. Er war aber nicht nur mit Kopf und Feder für die Hebung der Schützengesellschaft tätig, wie Eduard Jacobs schreibt, er beteiligte sich auch mit Herz und Hand am Freischießen selbst. Im Jahr 1798, also mit 73 Jahren, gelang ihm der beste Schuss unter 78 Schützenbrüdern.
Herr Oberbürgermeister, sie sehen, es bleibt noch genügend Zeit, um ihrem Vorgänger nachzueifern. Sie können aber auch, wie manch früherer Herrscher, schießen lassen. Bei dieser Gelegenheit darf ich auch erwähnen, dass Sie stets ein offenes Ohr für uns Schützen haben, ganz nach dem Motto des Duderstädter Schützenbrunnens „Stadt und Schützen fest verbunden – ein ewig starkes Band“!

Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Schützengesellschaften war auch das Verhältnis zu ihren Landesherren; in Wernigerode zu den Grafen, später Fürsten zu Stolberg-Wernigerode.
Wie wir gesehen haben, hat nicht nur die Stadt, sondern auch die adelige Herrschaft Preise zu den Schützenhöfen bzw. Freischießen gestiftet und regelmäßig daran teilgenommen.
Im 18. Jahrhundert sollte sich dies jedoch gründlich ändern. Für die Schützengesellschaften, auch für die Wernigeröder Schützen, kam eine Zeit der Behinderungen, Beschränkungen und Verbote. Der Pietismus, eine protestantische Bewegung, die zu streng christlicher Haltung und Handlung erzog, erfasste alle Lebensbereiche. Die neue Satzung der Wernigeröder Gilde, die im Jahr 1729 in Kraft gesetzt wurde, spiegelt diesen Zeitgeist wider. Graf und Gräfin sahen in den Schützenfesten derbe, die Sittenlosigkeit fördernde Zusammenkünfte. Nach jahrelangen Versuchen der Einschränkungen bot der Stadtbrand des Jahres 1751 den Vorwand, das Abhalten der Schützenfeste zu untersagen. Ein hoher gräflicher Bediensteter, der Stadtvogt Albert Bode, fasste den Antrag, Schützenmeister zu werden, sogar als Beleidigung auf.
Gottlob ging auch diese Zeit vorüber.
Unter der Regierung des Grafen Christian Friedrich kam das Schützenwesen zu neuer Blüte. Der Graf begeisterte sich für die Jagd und das Schießen, und  hatte Verständnis für seine Schützen, was auch auf die schon erwähnte Mittlerrolle von Bürgermeister Delius zurückzuführen war. Graf Christian Friedrich wurde Mitglied der Gilde, setzte wieder Preise aus und wurde im Jahr 1792 sogar Schützenkönig. Ein volles Jahrhundert war vergangen, bis wieder ein regierender Graf an den Freischießen seiner Bürger teilnahm.
Nach einer gewissen Stagnation kam nach den Befreiungskriegen wieder neuer Schwung in das Schützenwesen. Erbgraf Henrich wird im Jahre 1815 erster Schützenkönig nach „wiederhergestellter Verfassung“, wie es auf einem von ihm gestifteten Schild hieß.
Wie gut sich das Verhältnis der Wernigeröder Schützen zur adeligen Herrschaft entwickelte, ersehen wir an den Festlichkeiten des Jahres 1847, anlässlich der 50-jährigen Mitgliedschaft von Graf Henrich. Er setzte für das Preisschießen in jenem Jahr 153 Gewinne aus: 99 silberne Löffel und 54 Geldprämien. Die Verteilung übernahm die regierende Gräfin. Der Graf selbst erhielt von den Schützen eine Gedenkmedaille und eine wertvolle Büchse als Geschenk.
Und auch 150 Jahre später pflegen Schützen und Fürstenhaus ein gedeihliches Miteinander.

Verehrte Festversammlung,
lassen Sie mich noch kurz auf den Wiederbeginn im Jahr 1990 eingehen. Die Zeit vorher will ich nicht reflektieren. Dazu gibt es ein hervorragendes Buch von Hans-Joachim Beck mit dem Titel „Sportschießen in der DDR von den Anfängen bis 1990“, das der Deutsche Schützenbund im Jahr 2002 herausgegeben hat.
Nun zum Wiederbeginn im Jahr 1990.
Am 8. Oktober 1990 war in der Volkstimme zu lesen: „Nach 45 Jahren wieder präsent – Schützen sind erwacht – Bestandteil des kulturellen und sportlichen Lebens“. Bis so eine Nachricht in der Zeitung stehen konnte, waren viele Aktivitäten notwendig. Sie reichen von der Begegnung Diether Schmegners mit Helmut Becker, dem 1. Schützenvogt der Privilegierten Schützengesellschaft Goslar von 1220, über die Gründungsversammlung am 20. Februar 1990, die erste Mitgliederversammlung am 28. Februar, die schwierigen Verhandlungen mit der GST über einen Nutzungsvertrag für das Schützenhaus, das erste Schießen am 23. April, die Wahl Hermann Wieles zum 1. SM am 6. Juni, dem Besuch des Schützenfestes in Goslar am 30. Juni, bis zu einer außerordentlichen Generalversammlung am 12. September, usw. usw..
Diese Aufbruchsstimmung in den neuen Bundesländern fand natürlich auch ihren Niederschlag in der bayerischen Schützenpresse.
Dies veranlasste mich, am 27. August 1990 Wernigerode zu besuchen, mit dem Foto einer Fahne, der Kaiserfahne, wie sich später herausstellte, im Gepäck, um herauszufinden, ob es in Wernigerode wohl einen Schützenverein geben würde. Im Informationsbüro der Stadt konnte man mir sagen „Wir haben wieder einen Schützenverein“, und so kam im Schützenhaus der erste Kontakt mit Hermann Wiele, Diether Schmegner, Klaus Voigtländer und Mario Dönecke zu Stande. Man war sich schnell einig,  am 29. September sollte die Fahne anlässlich eines Honoratiorenschießens übergeben werden.
Und so geschah es auch. Die Presse berichtete ausführlich darüber.
Mit Hermann Wiele, der uns leider viel zu früh verlassen hat, entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch. Immer wieder berichtete er mir von den Bemühungen um die Rückführung des Schützenhauses. Am 5. März 1991 schreibt er u. a. „Wir kämpfen immer noch um das Schützenhaus, bin nun selber in Berlin bei der Treuhand gewesen, aber es dauert!“. Im Jahr 1995 war es dann so weit. Das 1945 enteignete Schützenhaus kann zurückgekauft werden. Leider war das Haus nicht zu halten; die Schützen gaben trotzdem nicht auf nach dem Motto von Eugen Roth „Schützen, werft nicht gleich die Flinten nach dem ersten Schuss ins Korn. Ging der erste Schuss nach hinten, liegt der zweite wieder vorn!“

Ich muss nochmals auf die Zeit der Wiedergründung und die Unterstützung durch befreundete Vereine eingehen. Allen voran: Goslar! In einem Bericht über die Generalversammlung vom 12. September 1990 heißt es: „Besonderen Eindruck hinterließen die Worte des Schützenvogtes Helmut Becker. Er betonte die hervorragende Bedeutung der historischen Verbindung der Wernigeröder und der Goslarer Schützen“. Wie wir wissen, wurde die damals in Aussicht gestellte umfangreiche Hilfe und Unterstützung in großartiger Weise eingelöst. Dies gilt auch für die Schützen aus Hannover-Wülfel, Heinz Jonas und Johannes Beyer. Unvergessen bleibt auch der Harzburger Schützenvogt Eberhard Hammes. Aus diesen Anfängen sind Freundschaften entstanden, die bis heute andauern.

Verehrte Anwesende,
zum Schluss möchte ich Ihnen noch die Einschätzung von Prof. Dr. Götz Harnischfeger über einen Wesenszug der Harzer mit auf den Weg geben. Er schreibt zur 775-Jahrfeier der Privilegierten Schützengesellschaft Goslar von 1220 im Jahr 1995 folgendes:     Zitat:
„Nicht verschwiegen werden darf, dass der Harzer Individualist mit seinem eigenen Verständnis von Gemeinschaft nach wie vor in der Schützengesellschaft für das Salz in der Suppe der Harmonie sorgt. Erbitterte Kämpfe aus Nichtverstehen des anderen, rechthaberische Auseinandersetzungen um Kleinigkeiten aber auch autokratischer Führungsstil und Verkennen von Leistungen sind immer noch kleine Tupfer im gegenwärtigen Leben der Gesellschaft. Dies ist aber auch ein Zeichen  der Vitalität und läßt die berechtigte Hoffnung aufkommen, dass die Privilegierte Schützengesellschaft die 800-Jahrfeier und darüber hinaus das 1000-jährige Bestehen feiern wird.“
Zitat Ende.
Parallelen hierzu kann man auch in Wernigerode ausmachen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die 555-Jahrfeier, die mit dem heutigen Festempfang beginnt, nicht die letzte große Feier sein wird.
Helge-Hartmut Mehlhose hat dies bei der Wiedereröffnung des Schützenhauses am 5. Dezember 1992 so ausgedrückt:

Solang im Harz stolz Bäume wachsen,
auch rings um unser Schützenhaus,
solange stirbt in Wernigerode
der alte Schützengeist nicht aus!
In diesem Sinne wünsche ich uns die richtige Menge Salz in der Suppe der Harmonie, gutes Gelingen für alle Veranstaltungen im Jubiläumsjahr und eine gedeihliche Entwicklung für die Zukunft; den Verantwortlichen ein herzliches Dankeschön, auch Ihnen allen, die Sie mir so geduldig zugehört haben.

Benutzte Literatur
• Chronik der Privilegierten Schützengesellschaft Goslar von 1220, ohne Impressum. Herausgegeben zum 775-jährigen Jubiläum im Jahr 1995.
• Dönecke, Mario: Chronik der Wernigeröder Schützengesellschaft von 1451 e. V.. Wernigerode Januar 1991.
• Hansmann, Claus und Liselotte: Triff ins Schwarze. München 1960.
• Hauff, Maria: „Stadt und Schützen fest verbunden…“ 700 Jahre Schützen in Duderstadt 1302 – 2002. Duderstadt 2001.
• Jacobs, Ed.: Übersichtliche Geschichte des Schützenwesens in der Grafschaft Wernigerode. Wernigerode 1886.
• Ders.: Die Schützenkleinodien und das Papageienschießen. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Mittelalters. Wernigerode 1887.
• Ders.: Geschichte der Schützengesellschaft Wernigerode 1451 – 1901. Wernigerode 1901.
• Michaelis, Hans-Thorald: Schützengilden. Ursprung – Tradition – Entwicklung. München 1985.
• Pötzsch, Hansjörg: Das Braunschweiger Schützenwesen. 450 Jahre Geschichte der Braunschweiger Schützengesellschaft 1545. Herausgegeben  im Auftrag der Stadt Braunschweig und der Braunschweiger Schützengesellschaft 1545 von Wolf-Dieter Schuegraf. Braunschweig 1995.
• Schönfuß, Hartmut: 550 Jahre Schützenwesen in Wernigerode. Festschrift. Wernigerode 2001.
• Wir Schützen. 800 Jahre Deutsche Schützen. Das offizielle Dokumentarwerk des Deutschen Schützenbundes. Herausgegeben zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Schützenbundes. Stuttgart 1961.