Ein Traum der Wernigeröder Schützen geht in Erfüllung

Der Kreiskönigsball der Schützen des Wernigeröder Verbandes begann mit einer feierlichen Zeremonie – einer Fahnenweihe. Es sollte eine ganz besondere werden, denn die Geschichte der  zu weihenden Fahne ist so ungewöhnlich, dass sie einer Veranstaltung auf Kreisebene durchaus gerecht wurde. Die neue Fahne ist eine Kopie der altenFahnenweihe1 Vereinsfahne der Wernigeröder Schützengesellschaft. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde sie vom Verein zu allen Höhepunkten gezeigt. In den Kriegswirren verschwand die Fahne. Nach der Wiedergründung des Vereins im Jahr 1990 war das wichtigste Symbol des Vereins nicht mehr auffindbar – bis es einen Brief aus Weilheim in Bayern gab. In diesem Brief teilte ein Herr namens Ludwig Reitzer mit, dass er in den achtziger Jahren in einem Münchener Antiquariat eine Fahne erworben habe, auf der der Name Wernigerode zu lesen war. Nachdem geklärt war, dass es sich um die alte Vereinsfahne der Wernigeröder Schützen handelte, trennte sich Reitzer von seinem Sammlerstück und brachte die Fahne wieder nach Hause.

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Das über 100-jährige Original befand sich aber in einem   Zustand, der es nicht erlaubte, sie Wind und Wetter auszusetzen. Deshalb ließen sich die Schützen zunächst eine neue Fahne fertigen.Vor gut einem Jahr konnte aber eine lang gehegte Hoffnung erfüllt werden. Der Hobbymaler Frank Schmidt aus Langeln  erklärte sich bereit, den Wernigerödern eine neue Fahne nach dem Vorbild des Originals zu fertigen. Monatelange Arbeiten  folgten, bis das Ergebnis am Sonnabend für jedermann sichtbar vorlag

Maßstabgetreu und mit der von Frank Schmidt gewohnten Präzision wurde die Fahne unter dem Applaus der Gäste durch das  Verbinden der Enden der neuen Fahne mit der Fahne des Kreisschützenverbandes durch Wolfgang Luks feierlich geweiht.

„Möge diese Fahne stets in Frieden wehen und die Tradition der Wernigeröder Schützen bewahren“, schloss Luks.

Text und Fotos aus Harzer Volksstimme - Schützenkurier
vom 19. Oktober 2010 mit freundlicher Genehmigung von Jörg Niemann